Aktuelles2020-04-29T15:15:40+00:00

AKTUELLES

IST DER SCHLOSSPARK NOCH ZU RETTEN?

Die Anforderungen an den Nymphen­burger Schlosspark sind vielfältig: der große geschlossene Land­schafts­raum dient dem Schutz der Natur und dem Denkmalschutz. Er ist eine grüne Lunge Münchens und wird von Millionen Besuchern geschätzt. Die Ansprüche steigen. Besonders wenn er als reines "Naherholungs­gebiet", "Sport- oder Freizeitfläche" gesehen wird. Um die Ideen des Garten­künstlers Sckell auch gegen jeden Mainstream zu erhalten, muss auch die Gesell­schaft Zugeständnisse machen: die Wiesen nicht betreten und schützen, die Wege beachten und erhalten. Sonst stehen wir berühmt "postfaktisch" da: So müssen die im Schlosspark - naturgemäß - immer selteneren alten Bäume erhalten bleiben. Auch wenn dies der Biber anders sieht. Auch wenn die Verkehrs­sicherungs­pflicht Fragen aufwirft. Wie wir mit unserem Konzept einer Nach­haltigen Parkpflege zeigen, müssen für die Entwicklung der Bäume, Bestände und der historischen Situationen verbindliche Aussagen auch zu den Wünschen der Parkbesucher gefasst werden. Nur dann bleibt uns ein struktur­reicher, differenzierter Land­schafts­­park, dessen beein­druckende Schönheit von den beein­druckend alten Bäumen lebt.

NATURA 2000 – VON BRÜSSEL NACH NYMPHENBURG

Der Nymphenburger Schlosspark gehört zu einem „Natura 2000-Gebiet“. Hier wird die Natur besonders geschützt, und zwar als Ergebnis eines Abkommens mit der Europäischen Union. Das europäische Biotopverbundsystem Natura 2000 zielt darauf ab, für die Naturräume charakteristische Lebensraumtypen und Arten durch eine gezielte Beplanung langfristig zu erhalten. Im 183 ha großen FFH-Gebiet 7834-301 gilt ein „Verschlechterungsverbot“. Der Zustand der Flächen darf also nicht „verschlechtert“ werden. Bewirtschaftung und Pflege dürfen stattfinden. Im Kern gibt es diesen Schutz mit der „Vogel-Schutz-Richtlinie“ und der "Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie“ schon seit 25 Jahren – aber niemand weiß davon.  Dabei gilt dies auch mitten im Schloßpark Nymphenburg.

Parkbaden in Nymphenburg – ein Versuch

Vom Waldbaden hört man in den letzten Jahren öfter und reibt sich bisweilen verwundert die Augen. Nun geht es ums „Parkbaden“ im Nymphenburger Schlosspark, oder zumindest dem Versuch, eine japanische Lebensweise in den Kulturraum der Großstadt zu übertragen. „Shinrin-Yoku ist die japanische Bezeichnung für Waldbaden und eigentlich nichts anderes, als den Wald mit allen Sinnen zu erleben. Ihn zu riechen, Vögel zu hören, Tiere zu sehen und Bäume auch anzufassen. Mal achtsam sein, seiner Intuition zu folgen und die Abwesenheit vom Alltag zu zelebrieren.“ Und das geht natürlich auch im Nymphenburger Schlosspark. In Japan ist Waldbaden übrigens schon seit Längerem eine staatlich geförderte Maßnahme zur präventiven Förderung der Gesundheit. Ob uns dies auch in Bayern gelingt, mag nach diesem Versuch und einem Spaziergang durch den Schlosspark jeder selbst beurteilen. Treffpunkt am 9.08.2019 um 16.oo Uhr am Schloss, Mittelbau, Freitreppe Gartenseite.